Manchmal sehen Sie etwas und wissen genau, so etwas werden Sie nie wieder erleben. An dieser Stelle leben die Geschichten auch nach dem Lagerfeuer weiter.

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Mark Thorpe

Warum in die Ferne schweifen...

23. August 2013 • Nusa Penida, Bali
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“Während unserer Zeit in Indonesien entschlossen meine Frau und ich und zu einer Reise auf die Insel Nusa Penida vor der Küste von Bali um zu entspannen.”

Wie immer war ich gerade dabei, meine Kameraausrüstung zu packen, als Terri auf gewohnte Art mit den Augen rollte als wollte sie sagen: „Also wird das wieder ein Foto-Trip.“ Ihr kann man nichts vormachen.

Zuversichtlich packte ich auch das Teleobjektiv ein, denn ich wollte eine der am meisten gefährdeten Vogelarten der Gegend fotografieren, den Bali-Star, der kurz vor der Ausrottung steht.

Seine weißen Federn und schwarzen Flügel- und Schwanzspitzen, durchbrochen von königsblauen Hautpartien um die Augen, machen diesen Vogel international begehrt, sehr zum Leidwesen seiner Population. Illegaler Handel und Wilderei haben den Bestand in seiner Heimat fast auf Null reduziert.

Als wir auf der reizenden und sehr ruhigen Insel ankamen, zog es uns zunächst in die mehr bewaldeten Gebiete. Jeden Tag warteten wir für einige Stunden in der Hoffnung, den seltenen Vogel zu Gesicht zu bekommen.

Am dritten Tag unserer Viertagesreise hatten wir noch immer kein Glück und ich war drauf und dran, die Hoffnung aufzugeben, dass wir diesmal für unsere Mühe belohnt würden.
Nachdem wir unseren Wachposten am dritten Nachmittag verlassen hatten und uns auf den Weg zurück zu unserer kleinen, abseits gelegenen Unterkunft machten, trafen wir auf den Eigentümer des einfachen Hauses. Er empfing uns am Auto, legte einen Finger an die Lippen und bedeutete uns mit einem entschlossenen Nicken „Klappe halten und mir folgen“. Ich schnappte meine Kamera, eine EOS 5D Mark II mit einem 100-400mm f3.5-5.6 Telezoom-Objektiv.

Wir schlichen uns in seinen Garten und gingen in Richtung unseres Zimmers. Plötzlich packte er mich am Arm, legte wieder den Finger an die Lippen und deutete in Zeitlupe mit dem Kopf in eine Richtung.

Fantastisch! Auf dem Ast eines Baumes vor unserer Veranda saß ein einsamer Bali-Star. Ein prachtvolles Exemplar eines wunderbaren Vogels posierte dort für meine Kamera.
Ich machte etwa 30 Aufnahmen, und mein Model spielte perfekt mit, drehte den Kopf und stellte ihn auf, immer im richtigen Augenblick. Eine großartige Begegnung. Terri kam dazu, um einen Blick auf unsere „Beute“ zu werfen, und sie war außer sich vor Freude.

Wenn Sie also das nächste Mal in Bali sind, nehmen Sie sich Zeit für einen Kurztrip auf die benachbarte Insel, wo ein Käfigzuchtprogramm 30 Brutpaare angesiedelt hat. Noch gibt es Hoffnung.

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